Deutsche Stiftung Organtransplantation | Gemeinützige Stiftung | Koordinierungsstelle Organspende

11. Jahreskongress der Deutschen Stiftung Organtransplantation, 5. und 6. November 2015 in Frankfurt am Main

In den Themen und Gesprächen rund um den elften DSO-Jahreskongress spiegelte sich die derzeitige Aufbruch-Stimmung wider, in der sich die Transplantationsmedizin insgesamt befindet. Annähernd 300 Mediziner und Pflegekräfte waren der Einladung der Deutschen Stiftung Organtransplantation nach Frankfurt gefolgt, um über Gegenwart und Zukunft der Organspende zu diskutieren, sich auszutauschen und damit die gegenseitige Unterstützung zu fördern. Der DSO-Jahreskongress wurde auch in diesem Jahr durch viele hervorragende Vorträge von national und international renommierten Referenten zu praxisnahen Themen aus der Transplantationsmedizin getragen.
Neben den derzeitigen Herausforderungen im Hinblick auf weitere Strukturverbesserungen und Qualifizierungsmaßnahmen widmete sich der Kongress insbesondere den vielfältigen Aufgaben der Transplantationsbeauftragten. Die Zusammenarbeit im Organspendeprozess weiter zu professionalisieren und die Mitarbeiter in den Kliniken, insbesondere die Transplantationsbeauftragten, bestmöglich zu unterstützen, ist das primäre Ziel der DSO. Dies wurde durch die im Rahmen des Kongresses vorgestellten Verfahrensanweisungen unterstrichen. Die Verfahrensanweisungen wurden vom Bundesfachbeirat und den Mitarbeitern der DSO - dem gesetzlichen Auftrag folgend - erarbeitet und stärken die Transparenz und Sicherheit der Kooperation aller an Organspende und Transplantation beteiligten Partner.
Am ersten Kongresstag wurde über aktuelle Themen und Fragen im Vorfeld des eigentlichen Organspendeprozesses referiert. Die neuen Richtlinien der Bundesärztekammer zur Feststellung des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls wurden in Theorie und Praxis von Experten aus verschiedenen Perspektiven erörtert und erste Erfahrungen in der Umsetzung diskutiert. Der Themenkomplex Organspende und Intensivtherapie wurde sowohl aus ärztlicher als auch pflegerischer Sicht dargestellt und ebenfalls intensiv diskutiert.
Der zweite Kongresstag stand im Zeichen des eigentlichen Organspendeprozesses. Anhand eigener Erfahrungen wurden Wunsch und Realität aus Sicht des Transplantationsbeauftragten, des Transplantationszentrums und der DSO aufgezeigt. Die Ausführungen und Diskussionen stimmten darin überein, dass die Tätigkeiten der Transplantationsbeauftragten entsprechend in den Kliniken klar definiert und vor allem gefördert werden müssten. Das Engagement der Transplantationsbeauftragten alleine reiche nicht aus, es müsse durch Freistellung und Schulungen ausreichend unterstützt werden, so der allgemeine Konsens.
Welche Bedeutung einer angemessenen Angehörigenbegleitung innerhalb des Organspendeprozesses zukommt, verdeutlichten Angehörige von Organspendern in einer eindrücklichen Schilderung ihrer persönlichen Erfahrungen. In den folgenden Vorträgen manifestierte sich, wie wichtig Prinzipien wie Authentizität und Respekt innerhalb der Gesprächsführung sind und dass die DSO-Koordinatoren hier eine wertvolle Unterstützung leisten können. In einem eigenen Vortrag wurde die nuancierte Position des Islam zur Organspende und Transplantation sowie der sich daraus ableitende Umgang mit Angehörigen aus dem muslimischen Kulturkreis beleuchtet.
Der letzte Themenkomplex befasste sich mit den Strategien und Erfahrungen einer verbesserten Qualitätssicherung in der Organentnahme. Dazu wurde das, unter Berücksichtigung internationaler Erfahrungen zusammen mit der DTG erarbeitete, modulare Ausbildungskonzept für Explantationschirurgen vorgestellt.

 

 

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